Freitag, 1. Februar 2013

Halatafl - ein Wikingerspiel

Das ist mein selbstgebautes Halatafl - aus einem Rest-Stück eines Regalbrettes. Mit einem ausgeliehenen Holzbohreraufsatz und keiner passenden Bohrmaschine. So habe ich meinen Flohmarktfund ausgebuddelt und mit dem Handbohrer Löcher gebohrt.

Halatafl

Wenn ich nicht das Problem gehabt hätte, daß leider die Arretierung dieses Bohrers nicht ganz astrein ist und hin und wieder nachgezogen werden mußte, wären die Löcher wohl auch weniger fransig geworden.
Daher habe ich versucht mit einem Senkbohrer ( welcher in meinen Akkuschrauber paßte ) diese Unebenheiten auszugleichen, was irgendwie auch nicht ging. Ich glaube das Problem liegt in der Beschaffenheit des Kiefernholzes ( das ist billiges langfaseriges Holz ) .
Dann habe ich kleine Holzstifte auf halb gelochte Kugeln gesteckt, die ich vorher noch eingekürzt habe. So stecken die Kugeln nun in den Löchern.
Bestimmt geht es genauso gut mit gesammelten Steinchen, Halbkugeligen Glassteinchen oder einfach Spielsteine auf einem Papierblatt oder einem genähten Stoffspielfeld...( 7 * 7 Felder )

Halatafl Spielaufbau-Grundaufstellung

Angemalt habe ich die blauen Steine mit einer Ei-Leinöl-Farbe. Hierbei mixed man das Ei komplett ( man kann auch nur das Eigelb nehmen ) und fügt ein wenig Leinöl hinzu, indem man das Ei stark rührt und dann das Leinöl tröpfchenweise unterrührt. ( Achtung das ergibt extrem viel Farbe, für so wenig Holz - also ich hätte nur einen Eßlöffel voll Ei gebraucht...falls überhaupt)


Damit diese Farbe auch wirklich eine Farbe ist, nehme ich Pigmente und mische diese unter das EI-LEINÖL-Gemisch. Ich habe recht viel Pigment hinzugefügt, denn am Anfang war es nur lasierend. Das ist zwar auch eine Möglichkeit, aber ich wollte die Farbe ja ein wenig deckender haben.
Die Ei-Leinöl-Farbe ist eine Farbe, die gut auf Holz zu verwenden ist, um dieses zu "lackieren". Nach dem Trocknen ist die Farbe wischfest und klebt auch nicht. ( und gammelt auch nicht - nicht, daß ihr Angst haben müßt, diese Farbe würde anfangen zu riechen ...). Aber natürlich ist sie nicht wetterfest.
Mir gefällt solch eine Farbe sehr, denn sie ist mit einfachsten Mitteln hergestellt und funktioniert wirklich gut.
Was damit allerdings nicht so gut möglich ist, ist detailgenaues Zeichnen, denn durch die Konsistenz des Ei's ist die Farbe etwas  zäh... also zum großflächigen oder Kindermalereien ist es gut geeignet, für Klein-Fein ist es eher schwierig damit ( bestimmt nicht unmöglich ).  Man kann damit auch Holzschränkchen anmalen. Bei mir sind es bisher allerdings nur Spielbretter gewesen, die ich angemalt habe. Die Spielsteine, die ihr auf den Fotos seht sind schon vollkommen durchgetrocknet. Ich habe schon überlegt, ob ich die naturfarbenen Hölzchen auch mit Ei-Leinöl Farbe anmale, dann glänzen sie auch schöner!

Halatafl Spielanleitung

Anleitung : HALATAFL:

22 Spielsteine pro Farbe.
7*7 Spielbrett.
Die Ecken und die Mitte und die Diagonalen sind gekennzeichnet.

Aufstellung: Verteilung der farbigen rechts und die weißen links. Die Ecken bleiben frei und auch die Mitte bleibt frei. Die Mittlere Reihe wird zur Hälfte mit farbigen zur anderen Hälfte mit weißen aufgefüllt.
Den ersten Zug macht immer weiß in die Mitte.

Durch Überspringen des Gegners kann man den Spielstein schlagen.
Es darf immer nur ein Schritt vorwärts gegangen werden und das nur waagerecht oder senkrecht, nicht diagonal - Außnahme besteht nur bei den Diagonalen, die aufgezeichnet sind ( von Ecke zu Ecke ).
Springen darf man über eigene Steine und über fremde Steine. Die Gegner werden durch dieses Überspringen geschlagen ( und werden vom Spielfeld entfernt ). Eigene Spielsteine bleiben beim Überspringen stehen. Hier gilt: Es kann solange gesprungen werden, bis man nicht mehr weiterkommt ( also beim Springen können so viele Felder vorwärts gehüpft werden, wie geht, solange ein Spielstein vor einem steht und ein freies Feld dahinter liegt ) Dieses Springen gilt als ein Spielzug. Dabei dürfen auch Richtungswechsel erfolgen, aber nur, wenn man zwischendurch in einem Loch landen kann. Also überspringen kann man immer nur einen Stein auf mal, wenn dahinter ein freies Loch liegt. Also liegt vor einem ein Stein, dahinter ein Freies Loch, danach wieder ein Stein und ein Loch, so kann wie beim Hürdenlaufen immer weiter gesprungen werden, auch um die Ecke und diagonal (wenn man sich auf der Diagonalen Linie befindet, die zwischen zwei Ecken sind ), solange man zwischendurch landen könnte.
Außnahme2: Auf den Ecken darf nicht stehen geblieben werden, es darf jedoch zum Landen und weiterspringen genutzt werden. Nach einem Spielzug ist der nächste an der Reihe.
Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler weniger als 5 Spielsteine auf dem Feld stehen hat.

Anmerkung: Es gibt bestimmt Abweichungen von meinen Spielregeln - ich möchte mich also nicht komplett festlegen, allerdings kann man nach diesen Regeln gut spielen. Also denkt dran: kennen zwei Spieler Halatafl, klärt vorher die Regeln ab, nach denen gespielt wird, ansonsten gibt es schnell Diskrepanzen! Viel Spaß beim Spielen!

Mittwoch, 30. Januar 2013

Machst Du mir ein Eulenkostüm?

Die Frage kam wohl von meinem Neffen für ein Faschingskostüm.

Leider habe ich keinen weiteren Braunen Stoff mehr, der einen super Umhang hätte abgeben können, aber eine Mütze ist schon mal entstanden:

Eule

Nadelgefilztes Gesicht: Aufgenäht auf ein Viereck aus feinem Cordstoff, den ich zu einer Mütze zusammengenäht habe. Die Ohren entstehen dadurch, daß man die Ecken einfach ein wenig zusammenzieht und feststeckt.

Eulenmütze
Ich habe mal nach Eulenmützen geschaut und festgestellt, daß es gaaaannnnzzzz viele tolle Bilder im Netz gibt und ich war gestern so begeistert, daß ich mir ein paar Ideen herausgesucht habe. Vorlage war dann aber doch ein Foto von einer echten Eule aus einer Zeitschrift.


Einen schönen Tag wünsche ich Euch.

Liebe Güße Tinki

Montag, 28. Januar 2013

Keltische Dinge

Aus dem Buch "Wilde Stämme" haben wir einige Inspirationen erhalten, wie ihr schon in meinem letzten Post gelesen habt.
Gestern haben wir noch versucht aus Lederresten ( die mußten schon etwas größer sein...), einen Bundschuh zu nähen. Was auch geglückt ist, doch leider sind sie für mein Tochterkind noch etwas groß. Nun dürfen dicke Socken angezogen werden und die Füße auch gerne wachsen! Aber für den ersten Test ging es ganz gut.


Ich habe im Netz ein paar PDF-Anleitungen gefunden, und doch habe ich es frei Hand der Zeichnung aus dem Buch nachempfunden. Zuerst wurde ein Versuch mit einem Kordstoff ausprobiert. Dort war es schon zu sehen, daß es eher für meine Füße gedacht war als für ihre. Kurz entschlossen wurde alles gekürzt und kleiner gemacht, aber dennoch ist es noch reichlich groß!


Da wir keine Lederbänder hatten, habe ich mir mit den Lederresten beholfen. Da noch längere Streifen übrig waren, habe ich dort 4 dünne lange Streifen Leder abgeschnitten, die nun als Lederbänder fungieren. Geht sehr gut und passt farblich perfekt! Für die Löcher habe ich eine Lochzange benutzt, und endlich entdeckt, wie man sie vernünftig benutzen kann! Als ich nur eine Lage Leder genommen habe, kamen nie Löcher dabei heraus, sondern ich habe mich immer abgemüht und herumgedreht, nachdem ich mehr durch Zufall ein Stück Restleder unter das zu lochende Leder-Stück gelegt und gelocht habe, hat es perfekt funktioniert!
So brauchte ich keine Ledernadel, sondern konnte das Lederband gut durch die Löcher stecken.

Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie lange die Schuhe halten - und ob sie auch hin und wieder an den Füßen zu sehen sein werden!


Mein nächster Versuch bezüglich des Brennens von Ton in meinem Holz-Küchen-Ofen hat diesmal sehr gut funktioniert! Der Trick ist die Teile gut durchgetrocknet in die Asche weit weg von dem eigentlichen Feuer zu lagern ( bei meinem Ofen geht das zum Glück sehr gut, da  der Feuerraum sehr breit ist ). Und das Feuer sehr langsam zu steigern. Wenn es ca. eine halbe Stunde brennt, die zu brennenden Tonscherben ( Teile ) etwas näher an das Feuer schieben und das Feuer weiter einheizen. Nach weiterer Stunde in etwa war schon viel Glut vorhanden und die Hitze auch sehr gut, so daß ich die Teile in die Glut geschoben habe und noch Holz nachgelegt habe. So fingen, die Tonteile an zu glühen und der Brand hat recht gut funktioniert. Auf diese Weise ist auch nichts zu Bruch gegangen. Nun mag man sagen, daß die Teile ja nicht so groß waren etc. Ja ich weiß, daß es bei meiner Art des Brennens sehr beschränkt ist auf kleine Teile, die einem nicht so wichtig sind, da sie auch schnell kaputt gehen können, aber ich habe mich über meinen kleinen feinen Erfolg sehr gefreut. Und meine Freundin auch, der ich heute ihre erste Handspindel geschenkt habe!!!


So arbeiten wir uns langsam in dem Büchlein vorwärts. Meine Kleine liebt die Wikinger, Kelten, Germanen-Bücher, in denen von den Lebensweisen und den Handwerkskünsten erzählt wird. Auch die Runen und die Baummagie hat sie für sich entdeckt. Tja manchmal denke ich, daß doch wohl noch mehr dahinter stecken mag, als wir denken, denn meine Große hat nie irgendwelches Interesse für solche Themen gehabt, obwohl ich ebensolche Bücher und Angebote gemacht habe. So sind sie doch unglaublich verschieden in ihren Interessen und Vorlieben!

Liebe Grüße Tinki

Sonntag, 27. Januar 2013

getöpferte Handspindel

Wir hier haben unseren Ton "wiedergefunden"...


Eigentlich wollte ich Gewichte für einen Gewichtswebstuhl herstellen, aber nach ein paar davon war mir nach runden kleinen Kugeln zu mute und ich fand die Form so schön, daß ich an Handspindeln dachte mit getöpferten Wirteln.

Ich habe sogar nach dem Trocknen versucht diese im Ofen zu brennen, wobei ich natürlich alles falsch gemacht habe, was man wohl so falsch machen kann, dabei ist mir der eine Wirtel und auch zwei der Gewichte gesprungen, aber aus Fehlern lernt man ja. Ich werde es nach verschiedenen Anleitungen versuchen, wenn es wieder ein wenig wärmer wird im Lehmofen draußen, oder auf andere Art und Weise mit dem Küchen-Ofen mal sehen!
                                      

Jetzt habe ich aus den zwei Teilen, die gebrannt wurden, mit Bastelkleber wieder einen Wirtel zusammengeklebt und ein Stückchen Holz, welches ich wie eine Häkelnadel geschnitzt habe, hineingesteckt in das vorhandene Loch.

Es geht super damit zu spinnen, obgleich alles etwas schief und krumm ist, und ich für präzises Arbeiten bestimmt keine gute Note bekommen hätte.

Jetzt wird gesponnen und noch weiter getöpfert, denn nun möchte ich es natürlich wissen, ob ich es nicht doch hinbekomme ( mit dem Brand der Töpferware )?!

Der Gewichtswebstuhl muß noch ein wenig auf mich warten, denn ich habe noch andere Projekte vor, die ich unbedingt machen möchte! ( hat mit Holz zu tun und mit Konstruktion und ...ach ihr müßt Euch noch gedulden!).

Liebe Grüße Tinki

Samstag, 26. Januar 2013

kleines Portemonnaie

Dies ist ein kleines Portemonnaie, welches ich aus Wollfilz genäht habe. Innen ist Baumwollfutter und bestickt habe ich dieses mit pflanzengefärbter Stickwolle.





Mir gefällt es zu sticken, obwohl ich immernoch wieder am testen bin, wie die Stiche am besten wirken.

Liebe Grüße Tinki

Aran-Häkeldecke kleine Anleitungsfotos

Wie versprochen gebe ich Euch heute ein paar Fotos, die die Technik des Aran-Häkelns besser darstellt:

Das Prinzip, welches dort hinter steckt, ist eigentlich nur eines, daß man nicht eine Schlaufe durch die Arbeit macht, sondern, von vorne einsticht, um den vorhandenen Stich herumgeht, um dann wieder vorne heraus zu stechen und den Faden für die Schlaufe zu "holen". Also man könnte sich das vorstellen, als wenn man um eine stehende Stange herumlangt, einen Faden nimmt, und die Hand mit dem Faden wieder zurückzieht. Und dies kann man ja sowohl von Vorne machen, als auch von Hinten. Und je nachdem, ob man nun diese Stiche von vorne oder hinten "holt" bekommt man ein unterschiedliches Stichbild, welches sich  die Aran-Technik zu nutze macht. Sticht man von hinten durch das Stäbchen, erscheint vorne ein Stich, der wie aufgestickt aussieht. Sticht man von vorne durch das Stäbchen, sieht es aus, als wenn man das Häkelstäbchen hervorheben würde.

Wenn man dann noch diese Stichart "versetzt durchführt, sprich, einen Stich weiter vorne, dann die verbleibenden Stiche häkeln und so fort, erzielt man sogar ein Muster, welches aussieht, wie ein Zopfmuster beim Stricken.

Hier die Bilder:
1. Bei dieser Bilderfolge zeige ich: a: Einstechen in das obere Fach des vorhandenen Stäbchens von vorne durchgehäkelt. b: von hinten durchgehäkelt c: von vorne durch das untere Fach gehäkelt und d: von hinten um das untere Fach des Stäbchens gehäkelt.     Alleine mit dieser Technik des links und rechts häkelns entsteht das von mir gezeigte Bündchen. Also immer eine Masche von vorne einstechen und eine von Hinten einstechen und weiterhäkeln ( Das Einstechen bedeutet nur, auf welche Art man die Schlaufe holt  zum Häkeln. )
 Hier zeige ich, wie man "versetzt" häkelt:
a) ist nochmal gezeigt, wie man von hinten einsticht
b) hier wird für das Muster eine doppelter Umschlag ( doppeltes Stäbchen - oder wie heißt das?)
    gemacht, bevor man in das 4. Stäbchen einsticht und das Stäbchen häkelt dadurch entsteht das folgende Häkelbild
c.) Dieses entstandene Stäbchen wird nun vor die Arbeit geschoben, damit man die noch nicht gehäkelten "freien" Löcher nun noch nachträglich häkelt.
d.) Dadurch entsteht der Eindruck, daß man überkreuz häkelt.  Hier doppeltes Stäbchen nach vorne gelegt und ein Stäbchen in das erste freie Loch häkeln, und die nächsten beiden freien Löcher auch noch mit Stäbchen "abhäkeln". So entsteht ein Muster, welches immer aus 4 Stichen erfolgt: 1. doppeltes Stäbchen einstechen in das 4 Loch, dann das erste und zweite und dritte Lock häkeln, welche dazwischen liegen.
Abfolge:  Loch 1 2 3 4 Häkeln tut man dann: Loch 4 dann 1 2 3 , dann wieder 4. Loch 1 2 3 etc.


Hier sieht man das entstandene Muster durch eine erste Abfolge Bild a) und b).


Auf diesem Bild zeige ich die nächste Häkelreihe, die danach erfolgt: Rückreihe häkelt man wieder :
doppeltes Stäbchen in Loch 4 . nun Achtung, wird das entstandene doppelte Stäbchen nicht vor die Arbeit gelegt, sondern hinter die Arbeit, um dann die Stäbchen für Loch 1 2 3 zu häkeln. Dies sieht man auf Bild b)
und c).  Wenn die Reihe fertig ist, entsteht auf der Vorderseite ein Muster wie auf Bild d) gezeigt:


Viel Freude beim Ausprobieren!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße Tinki